Humanmedizin

Kardiovaskuläre Forschung
Seit 2015 sind ungefähr 33 % aller Publikationen der Fakultät für Medizin der kardiovaskulären Forschung zugehörig, wovon ca. 86 % kardiologische Forschung und je ca. 7 % pulmologische Forschung und Herz-Gefäßchirurgische Forschung ausmachen

Kardiologische Forschung
Derzeitiger Schwerpunkt der aktiven Forschung an der Fakultät für Medizin sind kardiologische Fragestellungen auf dem Gebiet der interventionellen Kardiologie und der Akutkardiologie (akute Koronarsyndrome) in allen klinisch relevanten Bereichen (Epidemiologie, Diagnose, Therapie, klinische Endpunktstudien, Prävention). Spezieller Schwerpunkt ist die Antithrombotische Therapie (Antikoagulantien, Thrombozytenhemmer) kardiovaskulärer Erkrankungen. Die kardiologische Forschung hat zwischen 2015 und 2020 86 % der am Herz-Thorax-Gefäßzentrum durchgeführten Publikationen zu verantworten.

Die wissenschaftliche Tätigkeit findet dabei an der 3. Medizinische Abteilung mit Kardiologie und Internistischer Intensivmedizin, häufig als Joint Research mit wissenschaftlichen Partnern, statt. An der 3. Medizinische Abteilung ist auch das Ludwig Boltzmann Institut für Interventionelle Kardiologie und Rhythmologie verortet, welches einen Teil des Ludwig Boltzmann-Clusters für Kardiovaskuläre Forschung darstellt.

Pulmologische Forschung
Durch den Kooperationsvertrag der SFU mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Lungengesundheit (früher LBI für COPD und pneumologische Epidemiologie) hat die pulmologische Forschung an der Fakultät für Medizin nicht nur weitreichende und über die kommenden Jahre gesicherte v.a. epidemiologische Fragestellungen zur chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD – LEAD Studie) akquiriert, sondern kann eine deutliche Steigerung der wissenschaftlichen Publikationen vorweisen (Univ.-Prof. Dr. Otto C. Burghuber in Koautorenschaft: 2020: 5 Publikationen, 2019: 3 Publikationen, 2018: 2 Publikationen).

COVID-19-bezogene Forschung
Die Fakultät für Medizin hat sich besonders dem Thema der Forschung in COVID-19-Pandemiezeiten verschrieben. Besonders beachtet werden muss hierbei wie rasch es Forscher*innen und Lehrenden der Fakultät für Medizin möglich war, nationale und internationale Daten während der Pandemiezeit zu erheben und zu veröffentlichen.

Das zeigt auch, dass sich die Forschung an der Fakultät für Medizin aktuellen Fragestellungen effizient und erfolgreich stellen kann. Mit der Fakultät für Psychotherapiewissenschaft gibt es ebenfalls ein Joint Research-Projekt zum Thema COVID-19, welches dort im Bereich der Krisenforschung angesiedelt ist.

Forschung zu „Integrierter Gesundheit“
An sämtlichen Zentren der Fakultät für Medizin wird Forschung in unterschiedlichem Ausmaß und zu diversesten Schwerpunkten betrieben. Es handelt sich dabei um klinische Forschung, die man im weitesten Sinne als Forschung zu „Integrierter Gesundheit“ bezeichnen kann. Einige dieser Forschungsprojekte sind innerhalb der Fakultät für Medizin Zentrums-übergreifend angelegt.

Es geht dabei um wesentliche Outputs wie die Senkung der Mortalität, die Erhöhung der Leistungsfähigkeit und die Senkung der Krankenstände und Frühpensionierungen sowie um eine Erhöhung der Lebensqualität und Verbesserung der subjektiv perzeptierten Gesundheit und bei älteren Personen um eine Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Diese Outcomes gewinnen sowohl auf individueller als auch auf kommunaler Ebene zunehmend an Bedeutung.

Ein besonderes Beispiel der Zentrums-übergreifenden Forschung sind gemeinsame Forschungsprojekte mit dem Institut für Psychosomatik der Fakultät für Medizin, welches psychosomatische Erkrankungen in allen medizinischen Fächern erforscht und sich besonders der Störungs- und Behandlungsforschung widmet, sowie sich um ethische Fragen und moderne Settings kümmert und hier vor allem digitale Medien in der Versorgung von Patient*innen einsetzt.

Zahnmedizin

Das Forschungskonzept der Zahnmedizin gliedert sich in das Forschungskonzept der Fakultät für Medizin ein und umfasst methodische Schwerpunktsetzungen, die auf transdisziplinäre Bearbeitung angelegt sind in folgenden Bereichen: „Verknüpfung der zahnmedizinischen Forschung mit der psychologischen und der psychotherapeutischen Forschung“ und „Digitalisierte Zahnmedizin“.

Forschungsschwerpunkt „Verknüpfung der zahnmedizinischen Forschung mit der psychologischen und der psychotherapeutischen Forschung“
Ein Forschungsschwerpunkt der Zahnmedizin liegt in der Verknüpfung der zahnmedizinischen Forschung mit der psychologischen und der psychotherapeutischen Forschung. Forschungsfragen beziehen sich unter dieser Schwerpunktsetzung auf die Interaktion des*der Patient*in mit dem*der Zahnärzt*in hinsichtlich folgender Gesichtspunkte:

  • Motivation und Compliance des*der Patient*in im Vorfeld der Behandlung (z.B. die Erforschung neuer Ansätze zur Verhaltenssteuerung der Patient*innen im Sinne einer erfolgreichen Prophylaxe in Zusammenarbeit mit den Fakultäten für Psychotherapiewissenschaft und für Psychologie)
  • zahnärztliche Behandlung aus Sicht des*der Patient*in (z.B. die Erforschung neuer Ansätze zur erfolgreichen Angstprophylaxe in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Psychotherapiewissenschaft),
  • Psychosomatik des Mund- und Kieferbereichs,
  • Ästhetische Wahrnehmung unter dem Einfluss peri-implantärer Weichgewebsveränderungen (z.B. die Untersuchung der Einstellungen und der Erwartungshaltung der Patien­t*innen zu zahnärztlichen Behandlungen in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Psychologie),
  • Patient*innen mit besonderen Bedürfnissen, etwa mit schweren apraktischen Störungen oder im Vordergrund stehenden motorischen Beeinträchtigungen nach Schädel-Hirn-Traumata.