MED | Top-Studie der Abteilung für Zahnerhaltung an der Fakultät für Medizin
Top-Studie der Abteilung für Zahnerhaltung an der Fakultät für Medizin, SFU Wien, untersucht Zusammenhang zwischen Trinkwasser und Zahnschmelzdefekten bei Kindern
Ein Forschungsteam der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien (SFU) hat mögliche Zusammenhänge zwischen der chemischen Zusammensetzung von Trinkwasser und der Molaren-Inzisiven Hypomineralisation (MIH) untersucht. Die Ergebnisse wurden im internationalen Fachjournal Journal of Dentistry (IF 5,5) veröffentlicht.
Für die Analyse wurden anonymisierte Daten von 46.751 Kindern aus Niederösterreich, die im Rahmen des Präventionsprogramms Apollonia NÖ untersucht wurden, mit regionalen Daten zur Trinkwasser- und Grundwasserqualität verknüpft. Dabei lag der Fokus auf der Schwangerschaft als mögliche sensible Entwicklungsphase für die Mineralisation der betroffenen Zähne.
Die Studie zeigte eine MIH-Prävalenz von 3,8 % in der Gesamtpopulation und 5,2 % bei Kindern im Alter von 8–12 Jahren, was im internationalen Vergleich relativ niedrige Werte darstellt. Schwache statistische Zusammenhänge wurden für einzelne Trinkwasserparameter beobachtet, während für Grundwasser-Pestizidindikatoren keine signifikanten Assoziationen nachgewiesen werden konnten.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Umweltfaktoren möglicherweise eine untergeordnete Rolle innerhalb der multifaktoriellen Entstehung von MIH spielen. Gleichzeitig zeigt die Studie das Potenzial der Verknüpfung großer zahnmedizinischer Screeningdaten mit Umweltmonitoring für zukünftige Forschung.
Publikation:
Lilaj B., Müller-Guttenbrunn C., Hönigl G.P., Seiler O., Cvikl B.
Associations between Molar–Incisor Hypomineralisation and drinking water and groundwater parameters in Lower Austria: Results from an observational study.
J Dent. 2026 Mar 6;168:106614. doi: 10.1016/j.jdent.2026.106614. Online ahead of print.PMID: 41796930 (Link)