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MED | Jenseits vererbter Gene: Wie Eltern die Merkmale ihrer Kinder prägen

Die Gene, die wir von unseren Eltern erben, sind nur ein Teil der Geschichte. Neue Forschung unter der Leitung von Wissenschaftler*innen des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) und des Norwegian Institute of Public Health (NIPH), in enger Zusammenarbeit mit dem Clinical Competence Center (3C) der SFU, zeigt: Die Gene der Eltern – einschließlich jener Varianten, die ihre Kinder nicht erben – können einen messbaren Einfluss auf das Leben der Kinder haben.

Anhand genetischer Daten und Merkmalsdaten von mehr als 30.000 Mutter-Vater-Kind-Trios aus norwegischen und estnischen Biobanken entwickelten die Forschenden eine Methode, mit der sich drei unterschiedliche Wirkungswege voneinander trennen lassen: direkte genetische Effekte beim Kind, indirekte elterliche Effekte, bekannt als „genetic nurture“ (genetischer Umwelteinfluss), sowie Parent-of-Origin-Effekte, bei denen es darauf ankommt, von welchem Elternteil eine genetische Variante stammt. Untersucht wurden Körpergröße, Body-Mass-Index (BMI) und schulische Leistungen.

Während die eigene DNA des Kindes bei allen drei Merkmalen den größten Anteil der genetisch erklärbaren Unterschiede ausmachte, zeigt die Studie, dass auch indirekte elterliche Effekte und Parent-of-Origin-Effekte zusammengenommen einen erheblichen Beitrag leisten können. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie eng Gene und Umwelt miteinander verflochten sind – und warum genetische Studien über die DNA hinausblicken müssen, die ein Mensch geerbt hat.

Der neue Modellierungsansatz könnte auf weitere Merkmale und Erkrankungen ausgeweitet werden – von psychischen Störungen bis hin zu Stoffwechselkrankheiten – und so zu einem differenzierteren Verständnis beitragen, wie genetische Effekte über Generationen hinweg wirken.

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Credit: Krätschmer et al., Cell Genomics (2026), DOI: 10.1016/j.xgen.2026.101277

 

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