Forschungsschwerpunkt Integrierte Gesundheit

Das Lateinische Wort „integer” bedeutet “unversehrt”, “ganz”, „ganzheitlich“. Im Deutschsprachigen versteht man unter „integriert“ gemäß Wörterbuch „so beschaffen, dass Unterschiedliches, Verschiedenartiges miteinander verbunden, vereinigt ist“.

Integrierte Gesundheit bedeutet in diesem Zusammenhang ein ganzheitliches Menschenverständnis, in dem entsprechend dem WHO-Gesundheitsmodell biologische, psychische und soziale Faktoren Auswirkungen auf die Gesundheit haben und miteinander interagieren. Dieses Modell kann beispielsweise um die Komponenten sexuelle, emotionale und spirituelle Faktoren erweitert werden.
Forschung im  Bereich Integrierte Gesundheit bedeutet, die Interaktionen dieser multiplen gesundheitlichen Einflussfaktoren untereinander und mit der Gesundheit zu erforschen.

Darunter fallen beispielsweise folgende Aspekte:

•    Psychosomatik
•    Gesundheitsförderungsforschung
•    Erforschung bio-psycho-sozialer Gesundheitsdeterminanten   (z.B. Sozialkapital, Health Literacy, Health Locus of Control,
Gratifikation, Kohärenzsinn)
•    Lebensstilmedizin
•    Psychoonkologie
•    Soziale Ursachen und soziale Auswirkungen von Krankheiten
•    Krankheitsbewältigungsstrategien und Copingmechanismen
•    Neurowissenschaften

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist integrierte Versorgung (integrated care). Damit ist eine umfassende, koordinierte und patientenzentrierte Versorgung gemeint, in der Gesundheitsförderung, Prävention, Kuration und Rehabilitation integriert und die Schnittstellen in der Versorgung definiert und geklärt sind. Integrierte Versorgung bietet wiederum viele Ansatzpunkte für die Versorgungsforschung.

Die Stärken der SFU liegen ohnedies im Bereich Psychosomatik und Psychosoziale Gesundheitsdeterminanten. Damit kann auf die Kompetenzen der Ausbildungs- und Forschungsschwerpunkte der Schwestern-Fakultäten Psychologie und Psychotherapiewissenschaft zurückgegriffen werden, und Synergien werden optimal in Forschung und Lehre genutzt.

Forschung, die den Menschen in den Mittelpunkt rückt, wird gerade in der Medizin zunehmend wichtiger. Es geht dabei um wesentliche Outputs wie Senkung der Mortalität, der Krankheitslast, Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Senkung der Krankenstände und Frühpensionierungen, um eine Erhöhung der Lebensqualität und Verbesserung der subjektiv perzeptierten Gesundheit und bei älteren Personen um eine Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit und Unabhängigkeit.

Sowohl die sehr harten Outcomes (Mortalität, Disabilitätspensionierungen, Disability Adjusted Life Years, etc.) als auch die subjektiven Outcomeparameter (Lebensqualität, Selbstständigkeit, Partizipation, etc.) gewinnen sowohl auf individueller als auch auf kommunaler Ebene zunehmend an Bedeutung und dies sollte sich auch in einer entsprechenden Forschungsleistung widerspiegeln.

Die SFU kann dieses Forschungsfeld aufgrund ihrer bestehenden Kernkompetenzen und der ganzheitlich-humanwissenschaftlichen Ausrichtung in Lehre und Forschung übernehmen.

Im Forschungsschwerpunkt Integrierte Gesundheit werden die Menschen, deren Gesundheit, deren Gesundheitsrisiken, die Wahrnehmung der Erkrankungen und deren gesundheitliche Versorgung in den Mittelpunkt der Forschung gerückt. Damit werden die bisherigen Stärken der SFU optimal genutzt und für den Bereich Medizin weiter ausgebaut.